Mehr als 530 000 Euro für die Artenvielfalt – Biotop-Fonds für das Emsland und die Grafschaft Bentheim zieht Zwischenbilanz

Der Biotop-Fonds der Jägerschaften Emsland/ Grafschaft Bentheim e.V. hat seit seiner Gründung im Jahr 2011 mehr als 530 000 Euro für den Naturschutz ausgegeben. Im Zentrum des Bemühens steht dabei die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft.

Von Tobias Böckermann

Meppen. Wie der Vorsitzende des Biotop-Fonds, Thomas Schomaker, berichtet, kann Naturschutz, der die Landwirtschaft und damit die Nutzung der Natur außer Acht lässt, „aufgrund knapper werdender Ressourcen nur begrenzt Wirkung zeigen“. Deshalb habe sich die Jägerschaft der beiden Landkreise vor Jahren im Biotop-Fonds zusammengefunden und ein Zehn-Punkte-Programm entwickelt, mit dem Fasan, Rebhuhn, Hase und Co im Besonderen, aber auch der übrigen Flora und Fauna im Allgemeinen geholfen werden solle. Denn deren Bestände haben zum Teil dramatisch abgenommen, durch die Veränderung der Landschaft, Einengung der Fruchtfolgen auf den Äckern, Verlust von artenreichem Grünland oder zunehmenden Prädatorendruck.

Zum Zehn-Punkte-Programm zählt die finanzielle Förderung der Anlage von Rückzugs- und Saumflächen oder Blühstreifen in der Agrarlandschaft ebenso wie Maßnahmen zur Verhinderung des Mähtodes in der Brut- und Setzzeit, die Anlage von Nisthilfen oder die Pflanzung von Streuobstwiesen.

Das Prädationsmanagement, also die gezielte Bejagung von Beutegreifern wie dem Fuchs, dient dem Schutz des Niederwildes, vor allem der seltenen Wiesenvögel, deren nur noch wenige Gelege durch Beutegreifer stark gefährdet werden können. Wegeseitenräume, Gewässerrandstreifen, extensive Grünlandpflege und Wildunfallvermeidung stehen ebenfalls im Fokus der Jäger.

Rückzugsflächen

Blühende Lebensräume – bunte Felder: Unter diesem Motto finanziert der Biotop-Fonds die Anlage von Ackerrandstreifen und Blühsäumen. Foto: Anika Börries /Biotop-Fonds

In den Jahren 2011 bis 2013 hat der Biotop-Fonds für das Projekt Rückzugs- und Saumflächen (RüSa) Zuschüsse in Höhe von fast 140 000 Euro im Emsland und der Grafschaft Bentheim ausgegeben. Dies entspricht nach Angaben Schomakers einer Fläche von 500 Hektar.

Außerdem sei Saatgut für fast 80?000 Euro für ein- und mehrjährige Blühstreifen an die Landwirte abgegeben worden. Für das Mähtod-Projekt sind 6500 Euro bezahlt worden, für Nisthilfen und Insektenhotels annähernd 55 000 Euro. Rund 2200 Nistkästen wurden angeschafft und z.B. gemeinsam mit Kindergärten und Schulen installiert.

Für die Prädatorenbejagung hat der Biotop-Fonds 100 Beton-Wipprohrfallen inklusive Meldesystemen angeschafft, Kostenpunkt: rund 100 000 Euro. Die Anlage von Streuobstwiesen, Wildgehölzen und die Renaturierung von Gewässern kosteten rund 27 000 Euro.

Dank für Spenden

„Jede der vier Jägerschaften in den Altkreisen des Emslandes und in der Grafschaft Bentheim hat von uns mehr als 133 500 Euro und damit jeder der 38 Hegeringe etwa 14 050 Euro für wichtige biotopverbessernde Maßnahmen erhalten“, sagt Schomaker. Insgesamt also rund 534 000 Euro.

Die Finanzierung werde dankenswerterweise größtenteils durch private Spenden, Förderung durch die Naturschutzstiftungen der Landkreise, Jagdabgabemittel und durch die Unterstützung der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) getragen. Außerdem sind auch Eigenmittel der vier Jägerschaften eingesetzt worden.

Ein neues Projekt läuft in diesem Sommer an. Der Fonds wird Insektenhotels für jeden der 38 Hegeringe im Wert von insgesamt etwa 40 000 Euro anschaffen. Sie entstehen in Zusammenarbeit mit dem Meppener Vitus-Werk.

Schomaker ist sich sicher, dass die vom Biotop-Fonds bezahlten Maßnahmen punktuell Wirkung zeigen und zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Allerdings seien die Möglichkeiten angesichts einer zu betreuenden Fläche von 342 748 Hektar in beiden Landkreisen begrenzt. Deshalb spiele die Sensibilisierung der Landwirte insgesamt für ökologische Belange eine wichtige Rolle in der Arbeit des Biotop-Fonds.

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