22. Grafschafter Jägerfrühstück

Jägerfrühstück 2012, Foto: T. Brunklaus

Jägerfrühstück 2012, Foto: T. Brunklaus

Jagdhornklänge der Bläsergruppe Hegering 1- Bad Bentheim unter Leitung von Horst Dräger verstärkt durch Mitglieder der Bläsergruppe Hegewald schallten durch den Saal Deters, bevor Kreisvorsitzender Klaus Stamme zahlreiche Jäger und Vertreter des öffentlichen Lebens zum 22. Jägerfrühstück begrüßte und die besten Wünsche der Jägerschaft zum neuen Jahr übermittelte.

Landrat Friedrich Kethorn überbrachte die erfreuliche Botschaft, dass im Ansatz für den Haushaltsplan 2012 des Landkreises die Jagdsteuer von 12,5 % auf 10 % reduziert wurde. Nun bedürfe es nur noch der Beschlussfassung durch die politischen Gremien und der notwendigen Genehmigung durch das Land, um diese Änderung festzuschreiben. Die Jägerschaft erbringe für die Träger der Straßenbaulast in der Grafschaft Bentheim, also insbesondere für den Landkreis soweit Kreisstraßen betroffen sind, ganz erhebliche freiwillige Leistungen. Im Wesentlichen handele es sich dabei um die Entsorgung des Fallwildes auf unseren Straßen. Da die Jäger diese Aufgabe freiwillig übernommen haben, wurde die Kreiskasse jährlich um einen nicht unerheblichen Betrag entlastet. Hierfür spreche er der Jägerschaft aufrichtigen Dank aus. Es folgten Zahlen und Anmerkungen zur J

ägerprüfung 2011 und den gelösten Jagdscheine, zur Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition und zur Rabenkrähenverordnung. Mit großem Interesse habe er Ende des letzten Jahres die Vereinsgründung des Biotop-Fonds der Jägerschaften Emsland/Grafschaft Bentheim verfolgt und sagte seine Unterstützung zu. Sein besonderer Dank galt der Jägerschaft für die geleisteten Arbeiten im Naturschutz. Das in Planung stehende Jagdkataster, mit dem viele zeitaufwendige Aufgaben wesentlich schneller erfüllt werden, sah er als erforderlich. Als Schirmherr des Bezirksbläserwettbewerbs 2011 sprach er den Planern und Teilnehmern seine Anerkennung aus.

Als diesjähriger Gastredner sprach Ministerialrat Dr. Heinz-Werner Streletzki zum Thema „Wald im Klimawandel“. Im waldarmen Westniedersachsen beträgt der Waldflächenanteil nur 14 Prozent. Der Wald ist hier ein besonders wertvolles und erhaltenswertes Landschaftselement, das nur auf Grundlage eines langfristigen Generationenvertrages genutzt und erhalten werden kann.Der Förster zeigte die Rolle des Waldes als global bedeutsamer Kohlenstoffspeicher und die möglichen Folgen des Klimawandels auf. Erste Vorboten haben Niedersachsen in Form von höheren Temperaturen, Trockenheit, Spätfrost, Wärme liebenden Schädlingen und vermehrten Stürmen bereits erreicht. Forstwirtschaft wird künftig risikoreicher, darauf müssen sich Waldbesitzer und Förster einstellen. Aber die Forstbetriebe sind dem Klimawandel nicht wehrlos ausgeliefert. Es bestünden gute Chancen, die Bestände zu stabilisieren, ihren Pflegezustand und die Strukturvielfalt zu verbessern und die Betriebsrisiken zu senken, führte der Referent aus. Am künftigen Waldaufbau werden neben Kiefer, Eiche und Buche auch trockenheitsresistente Baumarten wie Douglasie, Lärche und Roteiche stärker beteiligt sein als heute. „Nutzen Sie angebotenen Fördermöglichkeiten des Landes für forstwirtschaftliche Maßnahmen und die Standortkartierung“, appellierte der Referent an die privaten Waldbesitzer. Auch die Jäger bat der Gast aus Hannover um Mithilfe. Noch nicht überall im Land könne man von landschaftsangepassten Wilddichten sprechen. Aber ohne angemessene Wildstandsregulierung sei der Waldumbau zum Scheitern verurteilt. Jäger, Waldbesitzer und Forstleute sollten hier vertrauensvoll Hand in Hand arbeiten. „Der erforderliche Waldumbau ist ein langfristiger Prozess, der von allen viel Geduld erfordert“, zog Streletzki als Fazit. „Aber gemeinsam kann und muss er uns gelingen“.

Veröffentlicht auf der Internetseite der Jägerschaft Grafschaft Bentheim e.V.

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