Programm wird nicht überall akzeptiert: Hümmlinger Gemeinden holen sich Ackerrandstreifen zurück

Sögel/Werlte. Die Samtgemeinden (SG) Sögel und Werlte wollen in diesem Jahr rigoroser gegen Landwirte vorgehen, die Ackerrandstreifen fälschlicherweise überarbeiten. Auch die Kündigung von Pachtverträgen schließen die Kommunen nicht mehr aus.Das Frühjahr ist traditionell eine der stressigsten Zeiten für Landwirte. Sie müssen nach dem Winter die Felder aufbereiten, Kartoffeln, Getreide oder Mais einsäen oder Pflanzenschutzmittel ausbringen. Das warme Wetter kam den Bauern dabei in den vergangenen Wochen zugute. Einige Landwirte haben dabei allerdings, und das nicht zum ersten Mal, die Grenzen überschritten – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie haben an den Rändern der Äcker illegal Flächen bewirtschaftet, die eigentlich den Gemeinden gehören und die als Kompensationsfläche dienen. Diese müssen die Gemeinden beim Bau neuer Straßen oder Gewerbe- und Baugebiete schaffen, um den Eingriff in die Natur auszugleichen.

„Der Landkreis als Aufsichtsbehörde guckt sehr genau hin, ob die Wegeseitenräume dauerhaft als Kompensationsfläche erhalten bleiben oder nicht“, verdeutlicht der Sögeler SG-Bürgermeister Günter Wigbers (CDU). Die SG hat mit Hermann Connemann und Hans-Georg Jansen eigens zwei 450-Euro-Kräfte eingestellt, die sehr genau hinschauen, wo Landwirte beim Beackern ihrer Flächen Grenzen überschritten haben. Und auch in dieser Pflanzsaison stellten sie Verstöße fest.

Bisher keine Pflöcke in Werpeloh und Klein Stavern

Deshalb wird die SG Sögel das vor drei Jahren begonnene Wegeseitenraum-Programm noch intensiver und konsequenter umsetzen. Dabei werden die Ränder von Wegen und Äckern vermessen, mit Metallpflöcken abgesteckt und mit Hecken- oder Blühpflanzen ausgestattet. In einigen Mitgliedsgemeinden wie Sögel helfen dabei Kindergärten oder Flüchtlinge.

In einigen Bereichen der SG lief das Programm dabei bisher reibungslos, in einigen weniger. Vorbildlich zum Beispiel hat sich Hüven verhalten. Dort wurden von 2,5 Hektar Fläche, die als sogenannte Wegeseitenraum durch Vermessung oder Computerberechnung ermittelt wurden, auch 2,5 Hektar mit Pflöcken markiert und 2,3 Hektar Blühstreifen angelegt. Ebenfalls rund lief es in Eisten, Spahnharrenstätte und Klein Berßen, wo große Teile der ermittelten Flächen mit Pflöcken markiert sind. Bei etwa 50 Prozent liegt Börger. Im Hintertreffen befinden sich die Gemeinden Klein Berßen, Klein und Groß Stavern, Sögel und Werpeloh. In Klein Stavern und Werpeloh wurde sogar bisher keine einzige Fläche ausgepflockt.

Die Ranger sind angewiesen, illegal bewirtschaftete Flächen wieder zurück zu beackern. Das Saatgut ist für den Landwirt damit verloren, zusätzlich wird ihm der Aufwand von der SG in Rechnung gestellt. „Als letzte Maßnahme haben die Ratsfraktionen beschlossen, Pachtverträge zu kündigen und Landwirte, die sich mehrfach nicht an Grenzen gehalten haben, bei Neuverpachtungen nicht mehr zu berücksichtigen“, sagt Wigbers.

SG Werlte vermisst 29 Kilometer Wegeränder

In der SG Werlte ist die Lage ähnlich, berichtet Dieter Cloppenburg, Bauamtsleiter der SG. In den vergangenen drei Jahren wurden insgesamt gut 50 Kilometer der Ackerrandstreifen ausgemessen. „In diesem Jahr werden etwa 29 Kilometer hinzukommen“, sagt Cloppenburg. Das Verfahren wird also beschleunigt. Verändert wird in Werlte auch die Art der Pflöcke. Verwendet werden nun massive Eichenpfähle, die einen weißen Kopf erhalten, damit sie besser zu sehen sind. Dafür zuständig ist in der SG Werlte der Bauhof.

Erschienen am 12.05.2016 in der Ems-Zeitung

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