Biotopfonds: Jäger aus Nordrhein-Westfalen besichtigen blühende Feldraine im südlichen Emsland

Besuch der Jägerschaft Coesfeld

Der stellvertretende Kreisjägermeister Heiner Hüsing (im Bild ganz rechts) und der Vorsitzende der Jägerschaft Lingen Hubert Ull (Dritter von links) begrüßten am 28.08.2012 interessierte Jäger und Naturfreunde aus Nordrhein-Westfalen zur Besichtigung der Feldflur.

Der stellvertretende Kreisjägermeister Heiner Hüsing (im Bild ganz rechts) und der Vorsitzende der Jägerschaft Lingen Hubert Ull (Dritter von links) begrüßten am 28.08.2012 interessierte Jäger und Naturfreunde aus Nordrhein-Westfalen zur Besichtigung der Feldflur. Etwa ein Dutzend Naturliebhaber der Jägerschaft Borken und des Landesjagdverbandes NRW sind der Einladung der Jägerschaft Lingen und des Biotop-Fonds Emsland / Grafschaft Bentheim gefolgt.

Treffpunkt war die Gaststätte Thünemann in Messingen. Von dort aus ging es in die Feldflur, wo zunächst eine von Landwirten und den Jägern für mehrere Jahre angelegt Blühfläche besichtigt wurde. „Das Saatgut dieser mehrjährigen Blühstreifen-Mischungen (RüSa) ist speziell für unsere Region entwickelt und zusammengestellt worden“, erläutert Johann Högemann, Fachmann der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aus Meppen und zuständiger Obmann für Naturschutz der Jägerschaft Lingen. Die Zuhörer diskutierten Fragen zum Pflanzenwachstum und zur Agrarförderung. Wichtig sind in erster Linie die örtlichen Landwirte, ohne deren Mithilfe solche Aktionen in unserer Kulturlandschaft nicht durchgeführt werden können. Statistische Zahlen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen belegen, dass in diesem Jahr im Emsland und in der Grafschaft Bentheim insgesamt 4.221 ha solcher Blühstreifen angelegt wurden. Das sind über 60 % mehr als im letzten Jahr. Die Streifen bringen Abwechslung in unsere Kulturlandschaft und sind sehr schön anzuschauen.

Außerdem bieten sie Rückzugsmöglichkeiten für die wildlebenden Tiere. Auch einjährige Blühstreifen an Flächen neben Wegen und Gewässern standen auf dem Besichtigungsprogramm. Dafür gibt es verschiedene Ansaatmischungen, die zum Teil sogar vom Leiter des örtlichen Hegeringes Leo Langenhorst selbst zusammengestellt wurden. „Es ist schon interessant, wie diese Wildpflanzenmischungen auf den unterschiedlichen Böden und Standorten wachsen und ihre Wuchs- und Blühverhalten an die Wetter- und Wasserverhältnisse anpassen“, erläutert Johann Högemann dazu. Es werden biologische Untersuchungen an diesen Blühstreifen durchgeführt, die über ein EU-Projekt finanziert werden. Gregor Klar, zuständiger Referent für Naturschutz und Weiterbildung des Landesjagdverbandes NRW, sprach auch die Möglichkeit an, Energie aus den Wildpflanzen zu erzeugen. Er war gemeinsam mit Forstoberamtsrat Gerhard Thomas angereist, der Beisitzer im Landesjagdverband NRW für den Regierungsbezirk Düsseldorf ist. Es bedarf noch weiterer Versuche und züchterischer Erfolge, damit solche Wildpflanzen auch auf größeren Flächen in unserer Feldflur von Biogasanlagenbetreibern angebaut werden können. Solche Versuche sollen über die Landesjägerschaften in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen initiiert werden.

„Wenn die Blühstreifen an Gewässern liegen, müssen wir unbedingt mit den Wasser- und Bodenverbänden reden“ regt Hubert Ull, Vorsitzender der Jägerschaft Lingen, an. Hier sei es unbedingt notwendig, die Pflege- und Schnittmaßnahmen zum Wohle der Natur nicht über die Böschungskante hinaus und nicht während der Brut- und Setzzeiten durchzuführen. Die Fahrt führte auch an den über Generationen gewachsenen alten Hofstellen vorbei. Hier waren viele „gockelnde“ Fasanen zu hören. „Das ist bei der Vielzahl an Rückzugsflächen um diesen Höfen nicht verwunderlich“, äußerte Heinrich Rülfing, Vorsitzender der Jägerschaft Borken. Herr Rülfing hatte gemeinsam mit Herrn Josef Schröer, Vizepräsident der niedersächsischen Jäger, diesen Informationsaustausch organisiert und dazu die teilnehmenden Jäger aus Borken eingeladen. Nach der Rundfahrt durch Feld und Flur traf man sich zum Erfahrungsaustausch und zum Imbiss wieder in der Gaststätte Thünemann. Dort stellte der stellvertretende Kreisjägermeister Heiner Hüsing gemeinsam mit Josef Schröer die grundsätzliche Arbeit des Biotopfonds Emsland / Grafschaft Bentheim vor. Die Referenten des Landesjagdverbandes NRW Klar und Thomas berichteten über ähnliche Vorhaben und Projekte in NRW. Nachdem darüber ausführlich diskutiert wurde, überreichte Herr Rülfing abschließend als Gastgeschenk einen Scheck über 100,- Euro zur Unterstützung des Biotop-Fonds im Emsland / Grafschaft Bentheim. Damit wurde die Zusammenarbeit zwischen den genannten Organisationen mit dem Ziel der weiteren Verbesserung der natürlichen Lebensräume in der Kulturlandschaft besiegelt. Allen Beteiligten ist dabei viel Erfolg zu wünschen.

Veröffentlicht auf der Internetseite der Jägerschaft Lingen

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