Wir trauern um Leo Langenhorst

Leo Langenhorst

Leo Langenhorst

Am 17.12.2013 verstarb plötzlich und unerwartet unser hochgeschätzter Hegeringsleiter Leo Langenhorst, des Hegerings II in der Jägerschaft Lingen, im viel zu jungem Alter von 55 Jahren.

Leo Langenhorst wurde am 11.02.1958 in Messingen, LK Emsland geboren. Aufgewachsen ist er auf dem elterlichen Hof mit Eigenjagd. Somit wurde Leo zwar früh an die Jagd herangeführt, erwarb aber erst, auf Grund des ebenfalls früh verstorbenen Vaters, mit 25 Jahren seinen ersten Jagdschein. 1996 legte er dann die Prüfung zum bestätigten Jagdaufseher ab. Im Jägerlehrhof Springe besuchte er fortan regelmäßig Seminare und Schulungen zur jagdlichen Weiterbildung. Leo war von Natur und Jagd so begeistert, dass er diese Überzeugung in seiner Familie mit Erfolg weitergeben konnte. Ehefrau und seine beiden Söhne machten ebenfalls ihr „Grünes Abitur“.

Auf der Jahreshauptversammlung des Hegerings II Lünne wurde er 2001 zum stellvertretenden Vorsitzenden, ein Jahr später, 2002 dann zum 1. Vorsitzenden berufen. Dieses Amt übte er mit Hingabe, viel Engagement und Herzblut bis zu seinem frühen Tod aus. Sein jagdliches Wirken galt ausschließlich der Verbesserung der Lebensräume des Niederwildes und der wild lebender Tiere im allgemeinen.
Leo hat in seiner Zeit viele Projekte begleitet, beratend zur Seite gestanden und ins Leben gerufen. Als die Teilnahme an einem Fallen- und Hygieneseminar Pflicht wurde, hat Leo nicht lange gezögert, sondern umgehend Seminare zum Erwerb dieser Nachweise im hiesigen Raum organisiert. Er war maßgeblich beteiligt an Projekten, wie „Verhinderung von Mähtod“ beim Niederwild, im Biotop-Fonds der Jägerschaften Emsland / Grafschaft Bentheim Mitglied in der Gruppe: Prädation, RüSa und Blühstreifen. Im Letzteren hat Leo Eigenversuche auf seinen landwirtschaftlichen Flächen gestartet. Viele Wildackermischungen hat er ausprobiert, verworfen und wieder neu zusammengestellt, bis er mit den richtigen Mischungen Erfolg hatte, die dann in Zusammenarbeit mit der Landesjägerschaft über den Handel vertrieben wurden. In seiner Zeit wurde in der Jägerschaft Lingen die „Rollende Waldschule“ angeschafft, ein Infomobil mit Niederwildpräparaten, Infomaterial und elektronischer Informationsmöglichkeit.

Leo hat auf seinem Hof Jagd gelebt, war uns immer ein Vorbild in Bezug auf Prädatorenbejagung und Verbesserung des Biotops durch die Anlage von Blühstreifen und Wegerandbegrünung. Die  jährlichen Strecken in seiner Eigenjagd gaben ihm Recht. Wenn alle anderen Reviere über sinkende Niederwildstrecken klagten, konnte Leo immer mit seinen Ergebnissen zufrieden sein. Revierlose Jäger lud er zu Tauben- und Krähenjagden ein. An seinem Wissen ließ er alle Interessierten bereitwillig in seinem Revier teilhaben, indem er 2003 auf seinem Hof einen „Jägertag“ durchführte. Es wurden Stationen, wie diverse Fallen, Mäuseburg, Hochsitze, Insektenhotel, Entenjagd demonstriert und jeweils genau besprochen und erklärt. Auf Grund der großen Resonanz und Erfolges wurde ein weiterer „Fallentag“ auf seinem Hof durchgeführt.

2010 beratschlagte die Kreisjägerschaft über die Näherbringung der Jagd an die allgemeine Bevölkerung. Bevor hier ein Konzept gefunden wurde, organisierte Leo bereits in seinem Hegering auf dem Wöhlehof in Spelle einen „Natur- und Jagdtag“. Beginnend mit einer Hubertusmesse, Frühschoppen, mit Wildschwein am Spieß, Kaffee und Kuchen, Hundevorführung, Greifvogelschau, Jagdhornbläsercorps mit Alphörner, Infomobil und vielen weiteren Attraktionen. Rundum eine gelungene Präsentation für Jäger und Nichtjäger, die von über 1.000 Besuchern wahrgenommen wurde.
Durch ihn wurde eine innige Freundschaft zur Jägerschaft Burgdorf und zum im ganzen Raum Niedersachsen bekannten Bläsercorps „Das Große Freie“ aufgebaut und gepflegt. Zum Jubiläum des Bläsercorps „Das Große Freie“ hat Leo im Herbst 2013 einen Bus für Hegeringsmitglieder und Bläser organisiert. Es war ein gelungenes Fest bei welchem Mitglieder des Hegerings jagdliche Freundschaften erleben durften.

Des Weiteren nahm der Hof Langenhorst 2012 an dem bundesweiten Wettbewerb „Naturnahe Landwirtschaft“ teil. Hier belegte er den 2. Platz. Nicht nur reden, sondern praktische Verbesserungen für wildlebende Tiere der Feldflur schaffen, das wird sein jagdliches Erbe sein.

Für seine unermüdliche Arbeit und Aufopferung für den Hegering und der Jägerschaft wurde ihm die Landesverdienstnadel in Bronze verliehen.

Wir haben mit Leo einen liebenswerten und engagierten Waidmann und Freund verloren, der sich stets tatkräftig für Jagd und Naturschutz eingesetzt hat. Er wird uns sehr fehlen und in guter Erinnerung bleiben.

Georg Kley
(stellvertretender Hegeringsleiter)

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