MT: Ursachen für Rückgang unklar – Fasanenbestände beschäftigen Jägerschaft Meppen

Meppen. Die Fasanenbestände sind weiter rückläufig. Doch noch immer ist die genaue Ursache dafür nicht gefunden. Tierarzt Dieter Brunklaus geht unterdessen davon aus, dass eine Vielzahl an Ursachen für den anhaltenden Rückgang der Fasane verantwortlich ist.

Auf der Versammlung des Hegerings 11 der Jägerschaft Meppen bat Tierarzt Brunklaus die Jäger weiter um Geduld. „Wir müssen die endgültigen Ergebnisse der Forschungen abwarten und weiterhin die Studien begleiten.“ Doch auch von ersten Ergebnissen berichtete er. So wurden bereits Krankheitserreger gefunden, sowohl im Fallwild, also tot aufgefundenem Wild, als auch bei Küken. Allerdings sind die Erreger nur schwerlich nachzuweisen. Zudem glaubt Brunklaus nicht daran, dass Erreger allein schuld am Rückgang der Fasane sind. Vielmehr glaubt er an eine Vielzahl von Ursachen. Eine hohe Prädatorendichte, also der Tiere, die Fasane auf ihrer Speisekarte führen, sei beispielsweise ein Grund. Aber auch der hohe Anspruch des Fasans an seinen Lebensraum. Der wird aufgrund des ebenso hohen Flächenbedarfes in der Landwirtschaft und der Nutzung großer Maschinen immer enger und gefährlicher. „Es gibt immer weniger Hecken, zudem sorgen Pflanzenschutzmittel für unkrautfreie Äcker.“ Unkräuter würden aber Insekten anlocken, auf die wiederum Fasanenküken nicht verzichten könnten. Allerdings machte Brunklaus auch deutlich, dass die Landwirtschaft allein nicht schuld am Rückgang ist. Als Beispiel nannte er Reviere, in denen sogar vermehrt wieder Fasane zu verzeichnen sind. „Dort haben Jäger gemeinsam mit den Landwirten sinnvolle Rückzugsflächen angelegt“, bat er die anwesenden Jäger, das Gespräch mit den Landwirten aus den einzelnen Jagden zu suchen und gemeinsam Lösungen zu finden. „Viele sind gern bereit zu helfen“, sprach Brunklaus aus Erfahrung.

Auch Hegeringsleiter Gerd Eissing bat um Geduld hinsichtlich der Erforschung des Rückganges der Fasanenbestände. Er machte noch einmal deutlich, dass den Jägern als Hegern der Reviere eine hohe Bestandsdichte sehr wichtig sei. 4,8 Hektar an Stilllegungsflächen und Randstreifen wurden dazu in diesem Jahr allein im Hegering Meppen angelegt. Zudem werde beispielsweise die Durchführung der traditionellen Seniorenjagd abhängig gemacht von der Höhe der Bestände.

Besonders hervor hob Eissing in seinem Jahresbericht den hohen Zuspruch, den die Jägerschaft Meppen mit dem Infomobil an Schulen und Kindergärten erhielt. „Auch in diesem Jahr werden wir etliche Schulen und Kindergärten besuchen“, versprach der Hegeringsleiter. Zudem informierte er die Jägerschaft über das Projekt Nisthilfen im Biotopfonds Emsland/ Grafschaft Bentheim. „Das Projekt ist in der ersten Hälfte abgeschlossen und hat durch die Förderung von Bingo-Lotto in den Jägerschaften Emsland und Grafschaft Bentheim etwa 1500 unterschiedliche Nistkästen beim Vituswerk in Meppen, dem Christophorus-Werk Lingen und der Lebenshilfe in Nordhorn fertigen lassen und verteilt.“ Das entspreche einem Wert von ca. 35000 Euro. Zurzeit, so Eissing, sei das Projekt Insektenhotel in Arbeit.

Auf die Novellierung der Jagd- und Schonzeitenverordnung in Niedersachsen wies der Vorsitzende der Jägerschaft Meppen, Hubert Brandewiede, die Versammlung hin. Zudem lud er zur Jahresversammlung am 23. April, 19 Uhr, im Emslandsaal Kamp in Meppen ein.

Erschienen am 17.04.2014 in der Meppener Tagespost

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